Tierspuren bestimmen
Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.
Im Siedlungsraum stammen die meisten Abdrücke von Hund und Katze. Wie du die beiden zuerst ausschließt und was danach an Wildtieren übrig bleibt.
Im Siedlungsraum stammen die meisten Pfotenabdrücke von Hunden und Katzen. Wer das nicht als Erstes prüft, landet bei jeder zweiten Spur beim falschen Tier. Der Ausschluss dauert dreißig Sekunden:
Bleibt ein Abdruck mit fünf Zehen übrig, sind Marder, Dachs oder Waschbär die naheliegenden Kandidaten. Das ist die wichtigste Weiche im Garten: vier oder fünf Zehen.
Ein gepflegter Rasen nimmt nichts auf, eine Terrasse erst recht nicht. Lohnend sind die weichen und die staubigen Stellen:
Mehr dazu, wie dieselben Untergründe sich verhalten, steht in den Ratgebern zu Tierspuren im Schnee und im Schlamm.
Steinmarder. Der häufigste Wildtiergast am Haus. Er verrät sich weniger durch Abdrücke als durch Trampelpfade auf staubigen Dachböden, Kratzspuren an Dämmungen und Schäden an Kabeln im Motorraum. Die Losung ist länglich, gedreht, oft mit Haaren und Fruchtresten, und liegt gern erhöht: auf Mauern, Balken, Autodächern.
Waschbär. Fünf lange, gespreizte Zehen, der Abdruck sieht aus wie eine kleine Hand. Kein anderes heimisches Tier hinterlässt dieses Bild. Kratzspuren an Regenrinnen und Fallrohren gehören dazu, ebenso Dachböden und Schuppen als Ruheplätze.
Igel. Kleine, fast sternförmige Fünfzehenspur mit deutlichen Krallen, meist entlang von Mauern, Zäunen und Hecken. Von etwa November bis März fällt er aus: Dann schläft er, und die Spur gehört einem anderen Tier. Die Losung ist schwarz, länglich, glänzend und enthält Insektenreste.
Fuchs. In vielen Städten fester Bewohner. Eine schmale Vierzehenspur im Schnee des Vorgartens ist kein Sonderfall, sondern ein häufiger Fund. Seine Losung liegt betont sichtbar auf erhöhten Stellen.
Wanderratte. Nagespuren an Holz, Kunststoff und Verpackungen, faustgroße Löcher in Böschungen und Komposthaufen, dazu längliche Losung von ein bis zwei Zentimetern mit stumpfen Enden.
Mäuse. Winzige Abdrücke, die nur in Schnee, Staub oder Schlick vollständig stehen. Im Winter verraten sich Wühlmäuse durch Gänge unter der Schneedecke, die stellenweise einbrechen.
In Randlagen kommen Dachs, Reh und Wildschwein dazu. Das Artenspektrum im Siedlungsraum steht dem am Waldrand kaum nach, mehr dazu auf der Seite zum Siedlungsraum.
Wer im Rasen Hügel, Löcher oder Gänge findet, sucht nicht nach einem Trittsiegel, sondern nach einer Erklärung für eine Erdbewegung. Dafür gibt es einen eigenen Ratgeber: Hügel, Löcher und Gänge im Rasen.
Viele Gartenbesucher sind nachtaktiv, und genau deshalb bleibt die Spur am Morgen das ehrlichste Zeugnis. Wer eine verdächtige Stelle hat, kann sie vorbereiten: eine Handbreit feiner Sand oder gesiebte Erde als Fläche, glatt gestrichen, am nächsten Morgen abgelesen. Das ist kein Trick, sondern das Prinzip hinter jeder Spurenfalle, und es funktioniert auf der Terrasse genauso wie im Wald.
Was du dabei nicht tun solltest: anfüttern. Futter ändert das Verhalten der Tiere, zieht Ratten an und macht aus einem Gast einen Bewohner.
Zähle die Zehen, wenn es einen Abdruck im Staub gibt: Katze vier, Marder fünf. Sonst entscheidet das Geräuschbild und die Losung. Marderlosung ist gedreht, zugespitzt und enthält Haare und Fruchtreste.
Sieh dir nicht den einzelnen Abdruck an, sondern den Verlauf. Der Fuchs zieht eine fast gerade Linie, der Hund läuft unregelmäßig und hat meist eine zweite Spur neben sich, nämlich die seines Menschen.
Nur bedingt. Ein einzelner Abdruck heißt: Es war da. Ausgetretene Pfade, Losung an derselben Stelle und wiederkehrende Fraßreste heißen: Es kommt regelmäßig.
Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.
Maße sind nur brauchbar, wenn klar ist, was gemessen wurde. Wie du Abdruck, Schrittlänge und Fundort so festhältst, dass die Angaben später noch etwas taugen.
Die Angaben in diesem Ratgeber sind gegen die folgenden Quellen geprüft.
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