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Welches Tier war in meinem Garten?

Im Siedlungsraum stammen die meisten Abdrücke von Hund und Katze. Wie du die beiden zuerst ausschließt und was danach an Wildtieren übrig bleibt.

Zuerst ausschließen, dann bestimmen

Im Siedlungsraum stammen die meisten Pfotenabdrücke von Hunden und Katzen. Wer das nicht als Erstes prüft, landet bei jeder zweiten Spur beim falschen Tier. Der Ausschluss dauert dreißig Sekunden:

  • Hund: vier Zehen, runder und breiter als beim Fuchs, Krallen sichtbar, Fährte unregelmäßig mit vielen Richtungswechseln.
  • Katze: vier Zehen, rundlicher Abdruck, großer Ballen, keine Krallenabdrücke. Läuft bevorzugt auf Mauern, Zäunen und Holzstapeln.
  • Fuchs: vier Zehen, schmal und längsoval, Krallen sichtbar, Fährte gerade und zielgerichtet.

Bleibt ein Abdruck mit fünf Zehen übrig, sind Marder, Dachs oder Waschbär die naheliegenden Kandidaten. Das ist die wichtigste Weiche im Garten: vier oder fünf Zehen.

Wo im Garten überhaupt etwas steht

Ein gepflegter Rasen nimmt nichts auf, eine Terrasse erst recht nicht. Lohnend sind die weichen und die staubigen Stellen:

  • Beetkanten und frisch umgegrabene Flächen
  • weiche Stellen auf dem Rasen nach Regen
  • Schnee auf Terrasse, Weg und Treppe
  • Schlamm am Gartenteich, an der Regentonne und unter dem Wasserhahn
  • sandige Wegränder, Sandkästen, staubige Bereiche unter Vordächern
  • der Bereich vor dem Komposthaufen und um die Mülltonnen

Mehr dazu, wie dieselben Untergründe sich verhalten, steht in den Ratgebern zu Tierspuren im Schnee und im Schlamm.

Die üblichen Verdächtigen

Steinmarder. Der häufigste Wildtiergast am Haus. Er verrät sich weniger durch Abdrücke als durch Trampelpfade auf staubigen Dachböden, Kratzspuren an Dämmungen und Schäden an Kabeln im Motorraum. Die Losung ist länglich, gedreht, oft mit Haaren und Fruchtresten, und liegt gern erhöht: auf Mauern, Balken, Autodächern.

Waschbär. Fünf lange, gespreizte Zehen, der Abdruck sieht aus wie eine kleine Hand. Kein anderes heimisches Tier hinterlässt dieses Bild. Kratzspuren an Regenrinnen und Fallrohren gehören dazu, ebenso Dachböden und Schuppen als Ruheplätze.

Igel. Kleine, fast sternförmige Fünfzehenspur mit deutlichen Krallen, meist entlang von Mauern, Zäunen und Hecken. Von etwa November bis März fällt er aus: Dann schläft er, und die Spur gehört einem anderen Tier. Die Losung ist schwarz, länglich, glänzend und enthält Insektenreste.

Fuchs. In vielen Städten fester Bewohner. Eine schmale Vierzehenspur im Schnee des Vorgartens ist kein Sonderfall, sondern ein häufiger Fund. Seine Losung liegt betont sichtbar auf erhöhten Stellen.

Wanderratte. Nagespuren an Holz, Kunststoff und Verpackungen, faustgroße Löcher in Böschungen und Komposthaufen, dazu längliche Losung von ein bis zwei Zentimetern mit stumpfen Enden.

Mäuse. Winzige Abdrücke, die nur in Schnee, Staub oder Schlick vollständig stehen. Im Winter verraten sich Wühlmäuse durch Gänge unter der Schneedecke, die stellenweise einbrechen.

In Randlagen kommen Dachs, Reh und Wildschwein dazu. Das Artenspektrum im Siedlungsraum steht dem am Waldrand kaum nach, mehr dazu auf der Seite zum Siedlungsraum.

Erde, Hügel und Löcher sind ein eigenes Thema

Wer im Rasen Hügel, Löcher oder Gänge findet, sucht nicht nach einem Trittsiegel, sondern nach einer Erklärung für eine Erdbewegung. Dafür gibt es einen eigenen Ratgeber: Hügel, Löcher und Gänge im Rasen.

Nachts filmen, tagsüber lesen

Viele Gartenbesucher sind nachtaktiv, und genau deshalb bleibt die Spur am Morgen das ehrlichste Zeugnis. Wer eine verdächtige Stelle hat, kann sie vorbereiten: eine Handbreit feiner Sand oder gesiebte Erde als Fläche, glatt gestrichen, am nächsten Morgen abgelesen. Das ist kein Trick, sondern das Prinzip hinter jeder Spurenfalle, und es funktioniert auf der Terrasse genauso wie im Wald.

Was du dabei nicht tun solltest: anfüttern. Futter ändert das Verhalten der Tiere, zieht Ratten an und macht aus einem Gast einen Bewohner.

Häufige Fragen

Marder oder Katze auf dem Dachboden?

Zähle die Zehen, wenn es einen Abdruck im Staub gibt: Katze vier, Marder fünf. Sonst entscheidet das Geräuschbild und die Losung. Marderlosung ist gedreht, zugespitzt und enthält Haare und Fruchtreste.

Im Schnee vor der Tür ist eine Spur. Fuchs oder Hund?

Sieh dir nicht den einzelnen Abdruck an, sondern den Verlauf. Der Fuchs zieht eine fast gerade Linie, der Hund läuft unregelmäßig und hat meist eine zweite Spur neben sich, nämlich die seines Menschen.

Kann ich aus einer Spur schließen, dass das Tier wiederkommt?

Nur bedingt. Ein einzelner Abdruck heißt: Es war da. Ausgetretene Pfade, Losung an derselben Stelle und wiederkehrende Fraßreste heißen: Es kommt regelmäßig.

Weiter im Ratgeber

Tierspuren bestimmen

Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.

Tierspuren messen

Maße sind nur brauchbar, wenn klar ist, was gemessen wurde. Wie du Abdruck, Schrittlänge und Fundort so festhältst, dass die Angaben später noch etwas taugen.

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Quellen

Die Angaben in diesem Ratgeber sind gegen die folgenden Quellen geprüft.

  • Tierspuren. Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle und andere Preben Bang und Preben Dahlström, Kosmos Naturführer
  • Artenporträts heimischer Wildtiere Wildtierportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

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