So erkennst du die Spur
Eine Steinmarderspur ist klein und rundlich, drei bis viereinhalb Zentimeter lang, mit fünf Zehen in einem flachen Bogen um einen dreilappigen Ballen. Die innerste Zehe ist kleiner und sitzt etwas zurück, weshalb sie auf festem Boden manchmal fehlt. Dann sieht der Abdruck nach vier Zehen aus und wird leicht für eine Katzenspur gehalten.
Verlässlicher als der einzelne Abdruck ist das Muster. Marder hüpfen: Die Hinterpfoten landen in oder dicht neben den Abdrücken der Vorderpfoten, sodass zwei schräg versetzte Abdrücke nebeneinander stehen. Danach folgt eine Lücke, dann das nächste Paar. Diese Kette aus Paaren zieht sich oft schnurgerade über Schnee oder Staub.
Bei Stein- und Baummarder endet die Bestimmung am Abdruck. Beide hinterlassen dieselbe Form in praktisch derselben Größe. Weiter hilft nur der Ort: Der Steinmarder lebt bevorzugt in Dörfern und Städten, der Baummarder in zusammenhängenden Wäldern.
Die Fährte im Gelände
Der Steinmarder ist ein ausgesprochener Kulturfolger: Er profitiert davon, wie Menschen die Landschaft gestalten, und besiedelt alles von der offenen Flur bis mitten in die Stadt. Für die Spurensuche heißt das, dass die dichtesten Vorkommen dort liegen, wo man am wenigsten Wildtiere erwartet. Ein Territorium umfasst im Wald oder Feld im Schnitt zwei- bis dreihundert Hektar, in der Stadt oft nur vierzig bis zweihundert. Auf derselben Fläche laufen also mehr Tiere.
Die Fährte endet selten im Nichts. Marder klettern geschickt, und die Paarkette führt regelmäßig an eine Hauswand, ein Fallrohr, einen Holzstapel oder einen Baum und hört dort auf.
Wann du Spuren findest
Steinmarder sind dämmerungs- und nachtaktive Einzelgänger. Den Tag verbringen sie bevorzugt auf Dachböden, in Schuppen oder in Reisighaufen, und gern auch in Schlafhöhlen unter Motorhauben. Genau daher stammt der Ruf, den die Art im Siedlungsraum hat.
Gesucht wird deshalb am Morgen: im Neuschnee, im Staub auf dem Dachboden und im Schlamm an der Regentonne. Was dort steht, ist von der vergangenen Nacht.
Weitere Zeichen am Fundort
Im Siedlungsraum verrät sich der Steinmarder durch Trampelpfade auf staubigen Dachböden, durch Kratzspuren an Dämmungen und durch Schäden an Kabeln in Motorräumen. Er markiert seine Ruheplätze, was den Geruch auf einem befallenen Dachboden erklärt. Mehr zu den Zeichen rund ums Haus steht im Ratgeber zu Spuren im Garten.
Die Losung ist länglich, gedreht und an einem Ende zugespitzt, oft mit Haaren, Federn und Fruchtresten darin. Sie wird gern an erhöhten, auffälligen Stellen abgesetzt, etwa auf Mauern, Balken oder Autodächern.