Tierspuren bestimmen
Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.
Maße sind nur brauchbar, wenn klar ist, was gemessen wurde. Wie du Abdruck, Schrittlänge und Fundort so festhältst, dass die Angaben später noch etwas taugen.
Die Länge eines Abdrucks wird vom hintersten Punkt des Ballens bis zur Spitze der vordersten Zehe genommen, ohne die Krallenabdrücke. Die Breite wird an der breitesten Stelle quer dazu gemessen. Bei Paarhufern gilt dasselbe für beide Schalen zusammen, ohne die Afterklauen.
Diese Festlegung klingt kleinlich, entscheidet aber über die Brauchbarkeit der Zahl. Krallen können einen Dachsabdruck um mehrere Zentimeter verlängern. Wer sie mitmisst und dann mit einer Tabelle vergleicht, die sie ausschließt, landet bei der falschen Art.
Alle Größenangaben auf dieser Seite beziehen sich, sofern nicht anders vermerkt, auf die Vorderpfote ohne Krallen.
Die Schrittlänge ist der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Abdrücken derselben Körperseite, jeweils von der Zehenspitze zur Zehenspitze gemessen. Sie sagt mehr über Größe und Gangart des Tieres aus als der einzelne Abdruck und ist weniger anfällig für einen weichen Untergrund.
Miss über mehrere Schritte und bilde den Mittelwert. Ein einzelner Schritt kann durch ein Hindernis oder einen Richtungswechsel verzerrt sein.
Kein Abdruck gibt die Pfote eins zu eins wieder. Vier Einflüsse verschieben das Ergebnis regelmäßig:
Halte den Untergrund deshalb immer mit fest. Ohne ihn ist eine Zentimeterangabe nur eine halbe Information.
Ein Foto wird erst durch einen Maßstab auswertbar. Lege einen Gegenstand bekannter Größe flach neben den Abdruck, nicht darüber, und fotografiere senkrecht von oben. Ein Zollstock ist ideal, ein Geldstück oder ein Schlüssel reicht aus.
Sinnvoll sind drei Aufnahmen: der einzelne Abdruck mit Maßstab, die Fährte über mehrere Meter und der Fundort mit seiner Umgebung. Dazu gehören Datum, Uhrzeit, ungefährer Standort und der Untergrund.
Bei geschützten Arten sind diese Angaben Voraussetzung dafür, dass eine Meldung überhaupt geprüft werden kann. Die zuständigen Landesbehörden und das nationale Monitoring arbeiten nach festen Kriterien, und die verlangen mehr als ein Handyfoto ohne Maßstab.
Wer eine besonders klare Spur erhalten will, kann sie mit Gips abformen. Ein Streifen fester Karton als Ring um den Abdruck, angerührter Gips vorsichtig eingefüllt, dann rund zwanzig Minuten warten. Der Abguss wird erst nach dem vollständigen Trocknen zu Hause gereinigt.
In Schutzgebieten und auf Flächen mit Betretungsregeln gilt das nur, soweit die Regeln vor Ort es zulassen.
Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.
Eine Fährte ist mehr als eine Reihe Abdrücke. Aus Muster, Schrittlänge und Richtung lässt sich ablesen, wie sich ein Tier bewegt hat und oft auch warum.
Die Angaben in diesem Ratgeber sind gegen die folgenden Quellen geprüft.
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