So erkennst du die Spur
Eine Wildschweinspur ist ein breiter, gedrungener Doppelabdruck mit zwei vorn gerundeten Schalen. Bei erwachsenen Tieren ist sie fünf bis acht Zentimeter lang und fast ebenso breit. Dieses Verhältnis unterscheidet sie auf den ersten Blick von der schlanken, spitz zulaufenden Rehspur.
Das verlässlichste Merkmal sind die Afterklauen. Beim Wildschwein sitzen sie tief und weit außen. Auf weichem Boden drücken sie fast immer mit ab, und zwar seitlich neben und hinter den Schalen, außerhalb der Schalenbreite. Kein anderer heimischer Paarhufer hinterlässt dieses Bild.
Frischlinge machen die Größenangabe unbrauchbar. Ihre Abdrücke sind deutlich kleiner und können in der Länge an eine Rehspur heranreichen. Die Form hilft weiter: rund statt spitz, und die Afterklauen stehen weiterhin seitlich.
Weitere Zeichen am Fundort
Wildschweine hinterlassen mehr Spuren als ihre Abdrücke. Aufgebrochener Boden auf Wiesen und im Wald zeigt, wo eine Rotte nach Wurzeln, Engerlingen und Eicheln gesucht hat. Suhlen sind flache, wassergefüllte Mulden mit aufgewühltem Rand. In ihrer Nähe stehen oft Bäume mit schlammverschmierter Rinde in Kniehöhe, an denen sich die Tiere nach dem Bad scheuern.
Wo solche Zeichen zusammenkommen, ist die Bestimmung sicher, auch wenn kein einzelner Abdruck sauber ausgeprägt ist.