So erkennst du die Spur
Eine Wolfsspur ist ein längsovaler Pfotenabdruck von acht bis zehn Zentimetern Länge mit vier Zehen, kräftigem Ballen und meist sichtbaren Krallen. Die Größe trennt sie zuverlässig von Fuchs, Marder und Dachs. Sie trennt sie nicht von großen Hunden.
Das ist der Kern der Sache: Ein einzelner Abdruck reicht für einen Wolfsnachweis nicht aus. Schäferhund, Husky und viele andere Rassen hinterlassen Abdrücke derselben Größe und Form. Was Wölfe auszeichnet, ist der Verlauf ihrer Fährte. Sie ziehen zielgerichtet und über lange Strecken fast geradlinig durch das Gelände, mit gleichmäßiger Schrittlänge und wenigen Richtungswechseln. Hunde bewegen sich in Begleitung von Menschen sprunghaft, bleiben stehen, laufen zurück und weichen aus.
Beim Schnüren setzt der Hinterlauf so genau in den Abdruck des Vorderlaufs, dass nur eine Abdruckreihe entsteht. Auch Füchse und manche Hunde schnüren, beim Wolf hält dieses Muster jedoch über sehr weite Strecken.
Wenn du einen Verdacht hast
Ein vermuteter Wolfsnachweis gehört gemeldet und nicht selbst entschieden. Zuständig sind die Landesbehörden und die von ihnen beauftragten Stellen, die Spuren, Fotos und Proben nach bundesweit einheitlichen Kriterien bewerten. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf fasst diese Kriterien zusammen und veröffentlicht die anerkannten Nachweise.
Hilfreich für eine Meldung sind: ein Foto des Abdrucks mit einem Maßstab daneben, ein Foto der Fährte über mehrere Meter, der genaue Fundort und das Datum.