Reh
Capreolus capreolusZweigeteilte Schalenspur, vorn spitz zulaufend, im Ganzen herzförmig und deutlich länger als breit.
Zweigeteilte Abdrücke stammen von Paarhufern. Form, Breite und die Stellung der Afterklauen trennen Reh, Rothirsch und Wildschwein voneinander.
Umgangssprachlich heißen alle zweigeteilten Abdrücke Hufspuren. Fachlich stammen sie von Paarhufern und heißen Schalen, weil das Tier auf zwei getrennten Zehen läuft. Ein einteiliger Hufabdruck stammt von einem Pferd, also einem Unpaarhufer, und sieht völlig anders aus: rund und geschlossen, häufig mit dem Abdruck des Eisens.
Das Verhältnis von Länge zu Breite. Rehspuren sind deutlich länger als breit, Wildschweinspuren fast so breit wie lang.
Die Form der Spitzen. Reh und Rothirsch laufen vorn spitz zu, das Wildschwein ist vorn gerundet.
Die Stellung der Afterklauen. Beim Wildschwein sitzen sie tief und weit außen und drücken auf weichem Boden fast immer seitlich neben den Schalen mit ab. Bei Reh und Rothirsch liegen sie, wenn sie überhaupt erscheinen, dicht hinter den Schalen.
Rehspuren messen rund dreieinhalb bis viereinhalb Zentimeter, Wildschweinspuren erwachsener Tiere fünf bis acht, Rothirschspuren sieben bis neun. Die Zahlen helfen, solange klar ist, dass Jungtiere aus dem Rahmen fallen: Ein Frischling kann in der Länge an ein Reh heranreichen. Dann entscheidet die Form.
Auf und neben Weiden stammen zweigeteilte Abdrücke am häufigsten von Schafen, Ziegen oder Rindern. Schafspuren liegen in der Größe beim Reh, laufen aber stumpfer aus. Rinderspuren sind groß, rund und tief. Ein Blick auf Zäune und Nutzung der Fläche ist hier aussagekräftiger als jedes Detail im Abdruck.
Zweigeteilte Schalenspur, vorn spitz zulaufend, im Ganzen herzförmig und deutlich länger als breit.
Breite, vorn gerundete Schalenabdrücke mit fast immer sichtbaren Afterklauen seitlich dahinter.
Große, kräftige Schalenspur. Deutlich breiter und stumpfer als beim Reh, ohne die seitlich versetzten Afterklauen des Wildschweins.
Schalenspur zwischen Reh und Rothirsch. Vier bis sechs Zentimeter lang, vorn mäßig spitz, mit kräftigeren Schalen als beim Reh.
Schmale, fast parallele Schalen mit scharfen Rändern. Beim Klettern spreizen sie weit auseinander.
Kompakte Schalenspur mit vorn gerundeten Schalen. Wildschaf, in Deutschland nur in eingebürgerten Beständen.
Die größte Schalenspur Europas. Dreizehn bis sechzehn Zentimeter lang, mit spitz zulaufenden Schalen.
Schalenspur zwischen Damhirsch und Rothirsch. Fünf bis sechseinhalb Zentimeter, in Deutschland nur regional.
Sehr große, breite und gerundete Schalenspur. Am Abdruck kaum von einem Hausrind zu unterscheiden.
Kräftige, fast rechteckige Schalen mit harten Rändern. Sie spreizen beim Klettern weit und geben Halt auf Fels.
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