So erkennst du die Spur
Eine Wisentspur besteht aus zwei breiten, halbmondförmig gebogenen Schalen mit gerundeten Spitzen. Der Abdruck misst zwölf bis sechzehn Zentimeter und ist dabei fast so breit wie lang. Weil ausgewachsene Tiere mehrere hundert Kilogramm wiegen, drücken die Schalen tief ein.
Damit ist die Grundform klar bestimmt: Es handelt sich um ein großes Rind. Welches, sagt der Abdruck nicht. Hausrind und Wisent hinterlassen praktisch dieselbe Spur, und eine Trennung am Trittsiegel ist nicht möglich.
Gegenüber Elch und Rothirsch ist die Sache dagegen eindeutig. Der Elch hat bei ähnlicher Länge deutlich spitzere Schalen, der Rothirsch ist erheblich kleiner und schlanker.
Wo die Art vorkommt
In Deutschland lebt der Wisent nicht flächig. Der überwiegende Teil der Tiere steht in Gehegen, Zuchtstationen und Tierparks. Daneben gibt es ein einzelnes, eng begrenztes Auswilderungsprojekt im Rothaargebirge, dessen rechtlicher Status und Bewegungsraum sich seit der Freilassung mehrfach geändert haben.
Für die Bestimmung heißt das: Eine große, breite Schalenspur in Deutschland stammt so gut wie immer von einem Hausrind. Der Wisent ist die Ausnahme, die man nur dort ernsthaft in Betracht zieht, wo bekannt ist, dass Tiere unterwegs sind.
Der Wisent war in freier Wildbahn ausgestorben und existiert heute nur dank Zuchtprogrammen aus wenigen überlebenden Tieren. Er steht unter strengem Schutz.