Reh
Ähnliche Größe, andere Kontur. Die Rehspur läuft vorn spitz zusammen, die Gamsspur hat gerade, fast parallele Außenkanten und wirkt kantiger. In den Alpen kommen beide vor, im Flachland nur das Reh.
Rupicapra rupicapra
Schmale, fast parallele Schalen mit scharfen Rändern. Beim Klettern spreizen sie weit auseinander.
Eine Gamsspur besteht aus zwei schmalen Schalen mit auffallend geraden, fast parallelen Außenkanten. Der Abdruck wirkt dadurch kantiger als bei Reh oder Damhirsch, deren Schalen vorn spitz zusammenlaufen.
Die Schalenränder sind hart und scharf. Sie geben dem Tier Halt auf Fels und drücken sich im weichen Boden als deutliche Kanten ab. Beim Klettern und auf rutschigem Grund spreizen die Schalen weit auseinander, sodass der Abdruck breiter wird als im ruhigen Schritt.
Der Fundort trägt die Bestimmung mit. Gämsen leben im Gebirge, überwiegend im Bereich der Waldgrenze und darüber. In den Alpen sind sie verbreitet, dazu gibt es eingebürgerte Bestände in einzelnen Mittelgebirgen. Im Flachland scheidet die Art aus.
Gämsen äsen auf offenen Almen und Matten, die ihnen freie Sicht auf Bedrohungen lassen, und ziehen sich bei Gefahr in Bereiche mit Grünerlen oder Latschen zurück. Genau zwischen diesen beiden Flächen verläuft die Spur, und im Schnee zeichnet sie den Weg vom Freien in die Deckung oft über hunderte Meter nach.
Der Aufenthalt wechselt mit der Jahreszeit, und zwar in der Höhe wie in der Ausrichtung: Im Sommer werden kühlere Nordhänge bevorzugt, im Winter steilere, südexponierte Lagen. Wer im Januar am schattigen Nordhang sucht, sucht an der falschen Stelle.
Gämsen leben in Rudeln aus Geißen, Kitzen und Jährlingen. Mehrere Fährten nebeneinander sind deshalb der Normalfall.
Anders als die meisten Arten dieser Seite ist die Gämse überwiegend tagaktiv, und viele Bergwanderer sind ihr schon begegnet. Die Spur ist hier also nicht der einzige Zugang zur Art, sondern die Ergänzung zur Beobachtung.
Im November und Dezember ist Brunft, dann steigt die Aktivität. Im Winter kommt es auf Rücksicht an: Gesunde Gämsen überstehen auch schneereiche Winter ohne Fütterung, aber Störungen durch Skifahrer zehren an den Fettreserven. Spuren liest man deshalb von der Route aus, wie im Ratgeber zu Tierspuren im Schnee beschrieben.
Gämsen nutzen feste Wechsel, die sich quer zum Hang durch steiles Gelände ziehen und sich über Jahre halten. Auf Altschneefeldern sind sie im Sommer oft besonders gut zu sehen.
Die Losung besteht aus kleinen, an einem Ende zugespitzten Kötteln, die im Sommer weicher und im Winter fester ausfallen. Sie liegt häufig in kleinen Haufen an Ruheplätzen unter Felsvorsprüngen.
Erwachsenes Tier. Kitze hinterlassen deutlich kleinere Abdrücke.
Gemessen wird vom hintersten Punkt des Abdrucks bis zur vordersten Zehenspitze, ohne Krallen.
Gämsen bewegen sich in steilem Gelände sicher und wechseln häufig zwischen Schritt und Sprung. Auf Schneefeldern und weichem Almboden stehen die Abdrücke besonders klar.
Typisches Fährtenbild: Schrittfährte auf Wildwechseln quer zum Hang, bei Flucht weite Sprünge mit gespreizten Schalen.
Diese Spuren werden am häufigsten mit der Spur vom Gämse verwechselt.
Ähnliche Größe, andere Kontur. Die Rehspur läuft vorn spitz zusammen, die Gamsspur hat gerade, fast parallele Außenkanten und wirkt kantiger. In den Alpen kommen beide vor, im Flachland nur das Reh.
Mufflonschalen sind kompakter und vorn stärker gerundet. Beide Arten treffen nur in wenigen Gebieten zusammen.
Auf Almen ist Weidevieh die naheliegende Erklärung. Ziegenspuren ähneln der Gams besonders stark. Ein Blick auf Zäune, Tränken und Almbetrieb klärt mehr als der Abdruck.
Spuren vom Gämse findest du vor allem in diesen Lebensräumen. Am deutlichsten zeichnen sie sich auf den genannten Untergründen ab.
Die Angaben auf dieser Seite sind gegen die folgenden Quellen geprüft. Maße sind Spannen: Einzelne Abdrücke können je nach Untergrund und Tier davon abweichen.
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