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Huf- und Schalenspuren

Gamsspuren erkennen und im Gebirge einordnen

Rupicapra rupicapra

Schmale, fast parallele Schalen mit scharfen Rändern. Beim Klettern spreizen sie weit auseinander.

Illustration vom Gämse neben dem Abdruck seiner Spur
Illustration, kein Foto

Auf einen Blick

  • Länge 4,5 bis 6,5 cm Erwachsenes Tier. Kitze hinterlassen deutlich kleinere Abdrücke.
  • Breite 3 bis 4,5 cm
  • Schalen 2 Paarhufer, zwei Schalen je Abdruck
  • Krallen Nicht zutreffend
  • Form Zwei schmale Schalen mit fast parallelen Außenkanten
  • Symmetrie Beide Schalen gleich groß, beim Klettern stark gespreizt
  • Zwei schmale Schalen mit auffallend geraden, fast parallelen Außenkanten.
  • Die Schalenränder sind hart und scharf, der Abdruck wirkt kantig.
  • Beim Klettern und auf hartem Grund spreizen die Schalen weit.
  • Fundorte liegen im Gebirge, meist oberhalb oder am Rand der Waldgrenze.

So erkennst du die Spur

Eine Gamsspur besteht aus zwei schmalen Schalen mit auffallend geraden, fast parallelen Außenkanten. Der Abdruck wirkt dadurch kantiger als bei Reh oder Damhirsch, deren Schalen vorn spitz zusammenlaufen.

Die Schalenränder sind hart und scharf. Sie geben dem Tier Halt auf Fels und drücken sich im weichen Boden als deutliche Kanten ab. Beim Klettern und auf rutschigem Grund spreizen die Schalen weit auseinander, sodass der Abdruck breiter wird als im ruhigen Schritt.

Der Fundort trägt die Bestimmung mit. Gämsen leben im Gebirge, überwiegend im Bereich der Waldgrenze und darüber. In den Alpen sind sie verbreitet, dazu gibt es eingebürgerte Bestände in einzelnen Mittelgebirgen. Im Flachland scheidet die Art aus.

Weitere Zeichen am Fundort

Gämsen nutzen feste Wechsel, die sich quer zum Hang durch steiles Gelände ziehen und sich über Jahre halten. Auf Altschneefeldern sind sie im Sommer oft besonders gut zu sehen.

Die Losung besteht aus kleinen, an einem Ende zugespitzten Kötteln, die im Sommer weicher und im Winter fester ausfallen. Sie liegt häufig in kleinen Haufen an Ruheplätzen unter Felsvorsprüngen.

Maße der Spur

Länge 4,5 bis 6,5 cm Breite 3 bis 4,5 cm

Erwachsenes Tier. Kitze hinterlassen deutlich kleinere Abdrücke.

Gemessen wird vom hintersten Punkt des Abdrucks bis zur vordersten Zehenspitze, ohne Krallen.

So misst du eine Spur richtig

Gangbild und Fährte

Gämsen bewegen sich in steilem Gelände sicher und wechseln häufig zwischen Schritt und Sprung. Auf Schneefeldern und weichem Almboden stehen die Abdrücke besonders klar.

Typisches Fährtenbild: Schrittfährte auf Wildwechseln quer zum Hang, bei Flucht weite Sprünge mit gespreizten Schalen.

Verwechslungsgefahr

Diese Spuren werden am häufigsten mit der Spur vom Gämse verwechselt.

Reh

Ähnliche Größe, andere Kontur. Die Rehspur läuft vorn spitz zusammen, die Gamsspur hat gerade, fast parallele Außenkanten und wirkt kantiger. In den Alpen kommen beide vor, im Flachland nur das Reh.

Mufflon

Mufflonschalen sind kompakter und vorn stärker gerundet. Beide Arten treffen nur in wenigen Gebieten zusammen.

Schaf und Ziege

Auf Almen ist Weidevieh die naheliegende Erklärung. Ziegenspuren ähneln der Gams besonders stark. Ein Blick auf Zäune, Tränken und Almbetrieb klärt mehr als der Abdruck.

Wo du diese Spur findest

Spuren vom Gämse findest du vor allem in diesen Lebensräumen. Am deutlichsten zeichnen sie sich auf den genannten Untergründen ab.

  • Lebensräume Berge Wald
  • Untergründe SchneeSchlammWeicher Waldboden
  • Beste Jahreszeit FrühlingSommerHerbstWinter

Ähnliche Spuren im Vergleich

Hufspuren Illustration vom Reh neben dem Abdruck seiner Spur

Reh

Capreolus capreolus

Zweigeteilte Schalenspur, vorn spitz zulaufend, im Ganzen herzförmig und deutlich länger als breit.

Hufspuren Illustration vom Mufflon neben dem Abdruck seiner Spur

Mufflon

Ovis gmelini musimon

Kompakte Schalenspur mit vorn gerundeten Schalen. Wildschaf, in Deutschland nur in eingebürgerten Beständen.

Quellen

Die Angaben auf dieser Seite sind gegen die folgenden Quellen geprüft. Maße sind Spannen: Einzelne Abdrücke können je nach Untergrund und Tier davon abweichen.

  • Tierspuren. Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle und andere Preben Bang und Preben Dahlström, Kosmos Naturführer
  • Artenporträts heimischer Wildtiere Wildtierportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

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