Tierspuren bestimmen
Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.
Ein Erdhügel im Rasen ist keine Spur im engeren Sinn und trotzdem die häufigste Frage im Garten. Woran du Maulwurf, Schermaus, Ratte und Wildschwein auseinanderhältst.
Wer nach einer Maulwurfspur sucht, sucht in aller Regel nach etwas anderem: nach einer Erklärung für die Hügel im Rasen. Ein Trittsiegel vom Maulwurf findet man praktisch nie, denn das Tier lebt unterirdisch und kommt kaum an die Oberfläche.
Die Bestimmung läuft hier deshalb nicht über Zehen und Ballen, sondern über die Form der Erdbewegung. Drei Merkmale reichen fast immer: Wie sieht der Hügel aus? Wo sitzt das Loch? Was steckt in der Erde?
Das ist der Klassiker, und die beiden lassen sich sauber trennen.
Maulwurfshügel: locker aufgeworfen, aus feiner, krümeliger Erde ohne Pflanzenreste. Der Gang mündet mittig von unten in den Hügel. Die Hügel liegen in einer Linie, weil sie beim Graben eines Hauptgangs entstehen.
Schermaushügel (im Volksmund Wühlmaus): flacher, mit Wurzel- und Pflanzenresten in der Erde, und das Loch sitzt seitlich statt in der Mitte.
Das praktisch Wichtigste ist der Unterschied dahinter: Der Maulwurf frisst Regenwürmer und Insektenlarven, keine Pflanzen. Wer Schäden an Wurzeln, Knollen und Zwiebeln findet, hat es mit einer Schermaus zu tun, nicht mit dem Maulwurf.
Und der Maulwurf ist besonders geschützt. Er darf in Deutschland nicht gefangen und nicht getötet werden. Bei Schäden im Garten bleiben Vergrämung und Geduld, nicht die Falle.
Nicht jede Öffnung gehört zu einem Hügel, und die Größe ordnet zuverlässig ein.
Sieht eine Wiese aus, als hätte jemand mit dem Spaten gearbeitet, ist der Fall meist klar: Eine Rotte Wildschweine hat nach Wurzeln, Engerlingen und Eicheln gesucht. Die Fläche ist dann großflächig aufgebrochen, nicht punktuell aufgeworfen, und in der Nähe stehen fast immer Abdrücke im weichen Boden, an denen sich die Art bestätigen lässt.
Der Unterschied in einem Satz: Maulwurf und Schermaus werfen auf, Wildschweine brechen um, Dachse graben Trichter, Ratten und Kaninchen bohren Röhren.
Frisch aufgeworfene Erde ist dunkel, feucht und feinkrümelig. Nach ein paar Tagen bleicht die Oberfläche aus, nach Regen verschlämmt sie und bekommt eine Kruste. Gras, das durch den Hügel wächst, heißt: Der Hügel liegt seit Wochen.
Für die Frage, ob das Tier noch da ist, hilft ein einfacher Versuch: Hügel abtragen oder Loch vorsichtig verschließen und am nächsten Tag nachsehen. Wird geöffnet oder neu aufgeworfen, ist der Gang in Benutzung. Das ist ein Test, kein Eingriff, und er kostet das Tier nichts.
Zwei Verwechslungen kommen regelmäßig vor:
Vergrämen ja, fangen oder töten nein. Er ist besonders geschützt. Was im Garten bleibt, sind Geduld, das Abtragen der Hügel und die Einsicht, dass er Schädlinge frisst und keine Pflanzen.
Nicht zwangsläufig. Ein einzelner Maulwurf legt ein ausgedehntes Gangsystem an und wirft dabei viele Hügel auf, oft in einer Linie entlang des Hauptgangs.
An faustgroßen Löchern mit glatten Rändern, ausgetretenen Laufwegen daneben, Nagespuren und Losung. Wer sichergehen will, streicht eine Sandfläche vor dem Loch glatt und sieht am nächsten Morgen nach, wie es im Ratgeber zu Spuren im Garten beschrieben ist.
Eine Spur wird in vier Schritten lesbar: Form, Gangart, Maße und Umfeld. Diese Reihenfolge führt schneller zum Ergebnis als jede Bildersuche.
Maße sind nur brauchbar, wenn klar ist, was gemessen wurde. Wie du Abdruck, Schrittlänge und Fundort so festhältst, dass die Angaben später noch etwas taugen.
Die Angaben in diesem Ratgeber sind gegen die folgenden Quellen geprüft.
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