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Hügel, Löcher und Gänge im Rasen: wer war das?

Ein Erdhügel im Rasen ist keine Spur im engeren Sinn und trotzdem die häufigste Frage im Garten. Woran du Maulwurf, Schermaus, Ratte und Wildschwein auseinanderhältst.

Die Frage hinter der Frage

Wer nach einer Maulwurfspur sucht, sucht in aller Regel nach etwas anderem: nach einer Erklärung für die Hügel im Rasen. Ein Trittsiegel vom Maulwurf findet man praktisch nie, denn das Tier lebt unterirdisch und kommt kaum an die Oberfläche.

Die Bestimmung läuft hier deshalb nicht über Zehen und Ballen, sondern über die Form der Erdbewegung. Drei Merkmale reichen fast immer: Wie sieht der Hügel aus? Wo sitzt das Loch? Was steckt in der Erde?

Maulwurf oder Schermaus

Das ist der Klassiker, und die beiden lassen sich sauber trennen.

Maulwurfshügel: locker aufgeworfen, aus feiner, krümeliger Erde ohne Pflanzenreste. Der Gang mündet mittig von unten in den Hügel. Die Hügel liegen in einer Linie, weil sie beim Graben eines Hauptgangs entstehen.

Schermaushügel (im Volksmund Wühlmaus): flacher, mit Wurzel- und Pflanzenresten in der Erde, und das Loch sitzt seitlich statt in der Mitte.

Das praktisch Wichtigste ist der Unterschied dahinter: Der Maulwurf frisst Regenwürmer und Insektenlarven, keine Pflanzen. Wer Schäden an Wurzeln, Knollen und Zwiebeln findet, hat es mit einer Schermaus zu tun, nicht mit dem Maulwurf.

Und der Maulwurf ist besonders geschützt. Er darf in Deutschland nicht gefangen und nicht getötet werden. Bei Schäden im Garten bleiben Vergrämung und Geduld, nicht die Falle.

Löcher ohne Hügel

Nicht jede Öffnung gehört zu einem Hügel, und die Größe ordnet zuverlässig ein.

  • Kleine, offene Löcher mit ausgetretenen Pfaden dazwischen, im Gras oder am Beetrand: Feldmäuse. Oft sieht man die Gänge als schmale Rinnen im Bewuchs.
  • Faustgroße Löcher in Böschungen, unter Terrassen und am Komposthaufen: Wanderratte. Dazu passen Nagespuren an Holz, Kunststoff und Verpackungen sowie längliche Losung mit stumpfen Enden.
  • Größere Röhren am Gehölzrand, mit ausgetretenen Pfaden und Losungshaufen in der Nähe: Wildkaninchen, die in Kolonien leben und ihre Pfade über Jahre halten.
  • Große, ovale Röhren mit ausgeworfenem Erdhügel davor, dazu flache, offene Gruben mit Losung in der Nähe: Dachs. Im Garten selten, am Ortsrand möglich.
  • Einzelne kleine Grabtrichter auf der Wiese, trichterförmig und nur wenige Zentimeter tief: ebenfalls Dachs, auf der Suche nach Regenwürmern und Insektenlarven.

Wenn die ganze Fläche umgebrochen ist

Sieht eine Wiese aus, als hätte jemand mit dem Spaten gearbeitet, ist der Fall meist klar: Eine Rotte Wildschweine hat nach Wurzeln, Engerlingen und Eicheln gesucht. Die Fläche ist dann großflächig aufgebrochen, nicht punktuell aufgeworfen, und in der Nähe stehen fast immer Abdrücke im weichen Boden, an denen sich die Art bestätigen lässt.

Der Unterschied in einem Satz: Maulwurf und Schermaus werfen auf, Wildschweine brechen um, Dachse graben Trichter, Ratten und Kaninchen bohren Röhren.

Wie alt ist die Erdbewegung?

Frisch aufgeworfene Erde ist dunkel, feucht und feinkrümelig. Nach ein paar Tagen bleicht die Oberfläche aus, nach Regen verschlämmt sie und bekommt eine Kruste. Gras, das durch den Hügel wächst, heißt: Der Hügel liegt seit Wochen.

Für die Frage, ob das Tier noch da ist, hilft ein einfacher Versuch: Hügel abtragen oder Loch vorsichtig verschließen und am nächsten Tag nachsehen. Wird geöffnet oder neu aufgeworfen, ist der Gang in Benutzung. Das ist ein Test, kein Eingriff, und er kostet das Tier nichts.

Wann es keine Erdbewegung war

Zwei Verwechslungen kommen regelmäßig vor:

  • Ameisenhügel bestehen aus sehr feinem Material und zeigen bei Störung sofort Ameisen. Sie sind nie das Ergebnis eines Gangs von unten.
  • Regenwurmhäufchen sind klein, bestehen aus gewundenen Kotwürstchen und liegen über die ganze Fläche verteilt, nicht in einer Linie.

Häufige Fragen

Kann ich den Maulwurf einfach vertreiben?

Vergrämen ja, fangen oder töten nein. Er ist besonders geschützt. Was im Garten bleibt, sind Geduld, das Abtragen der Hügel und die Einsicht, dass er Schädlinge frisst und keine Pflanzen.

Sind es mehrere Tiere, wenn viele Hügel entstehen?

Nicht zwangsläufig. Ein einzelner Maulwurf legt ein ausgedehntes Gangsystem an und wirft dabei viele Hügel auf, oft in einer Linie entlang des Hauptgangs.

Woran erkenne ich, ob Ratten im Komposthaufen sind?

An faustgroßen Löchern mit glatten Rändern, ausgetretenen Laufwegen daneben, Nagespuren und Losung. Wer sichergehen will, streicht eine Sandfläche vor dem Loch glatt und sieht am nächsten Morgen nach, wie es im Ratgeber zu Spuren im Garten beschrieben ist.

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Quellen

Die Angaben in diesem Ratgeber sind gegen die folgenden Quellen geprüft.

  • Tierspuren. Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle und andere Preben Bang und Preben Dahlström, Kosmos Naturführer
  • Artenporträts heimischer Wildtiere Wildtierportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

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