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Pfotenspuren

Kaninchenspuren erkennen und vom Hasen trennen

Oryctolagus cuniculus

Sprungmuster wie beim Feldhasen, nur kleiner. Vier Zehen, sichtbare Krallen und deutlich kürzere Sprungabstände.

Illustration vom Wildkaninchen neben dem Abdruck seiner Spur
Illustration, kein Foto

Auf einen Blick

  • Länge 3 bis 9 cm Hinterpfote. Auf festem Boden zeichnen sich nur die Zehen ab, in lockerem Schnee die ganze Sohle.
  • Breite 2 bis 3,5 cm
  • Zehen 4
  • Krallen Meist sichtbar
  • Form Schmal und länglich, kleiner als beim Feldhasen
  • Symmetrie Hinterpfote länger als die Vorderpfote
  • Vier Zehen an Vorder- und Hinterpfote, Krallen drücken meist mit ab.
  • Die Abdrücke stehen in Vierergruppen, nie einzeln.
  • Die Hinterpfote ist deutlich kürzer als beim Feldhasen.
  • Die Sprungabstände sind kurz, das Muster wirkt gedrängt.

So erkennst du die Spur

Eine Kaninchenspur ist ein Sprungmuster aus vier Abdrücken: zwei längere nebeneinander, dahinter zwei kürzere hintereinander. Es ist dasselbe Muster wie beim Feldhasen, nur in klein. Die Hinterpfote bleibt deutlich unter der des Hasen, und die Sprünge folgen enger aufeinander.

Am einzelnen Abdruck lässt sich die Art nicht sicher trennen, weil beide Arten dieselbe Fußform haben und der Untergrund die Länge stark verändert. Im lockeren Schnee zeichnet sich die ganze Sohle ab, auf festem Boden nur die Zehen.

Weiter hilft der Ort. Wildkaninchen leben in Kolonien und graben Baue mit mehreren Röhren. Feldhasen graben nicht, sie ruhen in einer flachen Mulde im Gelände. Wer eine Sprungfährte findet, die an einem Erdbau endet, hat ein Kaninchen vor sich.

Weitere Zeichen am Fundort

Kaninchenkolonien legen ausgetretene Pfade zwischen Bau und Äsungsfläche an, die sich über Jahre halten. In ihrer Nähe liegen Losungshaufen an festen Stellen, mit kleinen, fast kugeligen Kötteln von rund einem Zentimeter.

An Gehölzen hinterlassen Kaninchen wie Hasen glatte, schräge Schnitte an dünnen Trieben. Verbiss bis in etwa fünfzig Zentimeter Höhe spricht für Kaninchen, höherer Verbiss eher für Hasen oder Rehe.

Maße der Spur

Länge 3 bis 9 cm Breite 2 bis 3,5 cm

Hinterpfote. Auf festem Boden zeichnen sich nur die Zehen ab, in lockerem Schnee die ganze Sohle.

Gemessen wird vom hintersten Punkt des Abdrucks bis zur vordersten Zehenspitze, ohne Krallen.

So misst du eine Spur richtig

Gangbild und Fährte

Das Wildkaninchen springt wie der Feldhase. Die beiden Hinterläufe landen nebeneinander vor den hintereinander aufgesetzten Vorderläufen, die Sprünge sind aber kürzer und die Gruppen liegen enger beieinander.

Typisches Fährtenbild: Vierergruppen mit kurzen Abständen, oft als ausgetretener Pfad zwischen Bau und Äsungsfläche.

Verwechslungsgefahr

Diese Spuren werden am häufigsten mit der Spur vom Wildkaninchen verwechselt.

Feldhase

Das Muster ist dasselbe, die Maße sind es nicht. Die Hinterpfote des Feldhasen ist deutlich länger, und seine Sprünge sind weiter. Entscheidend ist der Fundort: Wildkaninchen leben in Kolonien in Erdbauen, Feldhasen graben nicht. Ein Bau in der Nähe spricht für das Kaninchen.

Eichhörnchen

Auch das Eichhörnchen springt, setzt die Vorderpfoten aber nebeneinander statt hintereinander, und seine Fährte endet fast immer an einem Baumstamm.

Wo du diese Spur findest

Spuren vom Wildkaninchen findest du vor allem in diesen Lebensräumen. Am deutlichsten zeichnen sie sich auf den genannten Untergründen ab.

Ähnliche Spuren im Vergleich

Pfotenspuren Illustration vom Feldhase neben dem Abdruck seiner Spur

Feldhase

Lepus europaeus

Schmale, längliche Abdrücke mit vier Zehen, fast immer als Sprungmuster mit den langen Hinterläufen voran.

Quellen

Die Angaben auf dieser Seite sind gegen die folgenden Quellen geprüft. Maße sind Spannen: Einzelne Abdrücke können je nach Untergrund und Tier davon abweichen.

  • Tierspuren. Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle und andere Preben Bang und Preben Dahlström, Kosmos Naturführer
  • Artenporträts heimischer Wildtiere Wildtierportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

Zuletzt fachlich geprüft: