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Pfotenspuren

Eichhörnchenspuren erkennen und lesen

Sciurus vulgaris

Lange, schmale Zehen mit deutlichen Krallen. Das Sprungmuster zeigt die Vorderpfoten nebeneinander und endet meist an einem Baum.

Illustration vom Eichhörnchen neben dem Abdruck seiner Spur
Illustration, kein Foto

Auf einen Blick

  • Länge 3 bis 6 cm Hinterpfote mit fünf Zehen. Die Vorderpfote zeigt vier Zehen und misst rund drei Zentimeter.
  • Breite 2 bis 3,5 cm
  • Zehen 5
  • Krallen Meist sichtbar
  • Form Schmale, lange Zehen um einen kleinen Ballen
  • Symmetrie Zehen weit gespreizt, fast handartig
  • Lange, dünne Zehen mit deutlichen Krallenabdrücken.
  • Die Hinterpfote zeigt fünf Zehen, die Vorderpfote vier.
  • Die beiden Vorderpfoten landen nebeneinander, nicht hintereinander.
  • Die Fährte beginnt oder endet fast immer an einem Baumstamm.

So erkennst du die Spur

Eine Eichhörnchenspur erkennst du an zwei Dingen: an den auffällig langen, dünnen Zehen mit deutlichen Krallen und an der Anordnung der Abdrücke. Das Tier bewegt sich am Boden springend, und bei jedem Sprung landen die beiden Hinterpfoten außen und vorn, die beiden Vorderpfoten nebeneinander dahinter.

Genau diese Anordnung trennt es von Hase und Kaninchen. Auch sie springen, setzen die Vorderpfoten aber hintereinander in die Laufrichtung. Steht ein Vorderpfotenpaar nebeneinander, ist das Eichhörnchen die naheliegende Erklärung.

Die Hinterpfote zeigt fünf Zehen, die Vorderpfote vier. Im Schnee ist das gut zu sehen, auf weichem Boden ebenfalls, sobald der Abdruck sauber ausgeprägt ist.

Die Fährte im Gelände

Das Eichhörnchen ist ein tagaktiver Baumbewohner, und der Boden ist für es zweierlei: Weg und Vorratskammer. Beim Queren entsteht eine kurze, gerichtete Fährte von Stamm zu Stamm. Beim Verstecken und Wiederfinden von Vorräten entsteht das Gegenteil, nämlich eine mäandernde Spur mit Grabstellen, die oft zum selben Baum zurückführt. Beide Muster gehören zur Art, und beide enden an einem Stamm.

Ein zweites Muster gehört dazu: Im Herbst vergräbt das Tier Samen, Nüsse und Pilze im Boden, meist in der Nähe von Baumstämmen. Es merkt sich dabei nicht jedes Depot, aber das Gebiet und das Versteckmuster. Im Schnee sieht man das als kleine Grabstellen entlang der Fährte, oft mehrere auf wenigen Metern.

Wann du Spuren findest

Tagsüber, und damit anders als bei fast allen anderen Arten dieser Seite. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe, und nutzen im Winter meist eine ein- bis zweistündige Aktivitätsphase zur Nahrungssuche. Genau in dieses kurze Fenster fällt alles, was du an einem Wintertag im Schnee findest.

Gesucht wird dort, wo alte Baumbestände und fruchttragende Bäume stehen: Nadel-, Laub- und Mischwälder mit Struktur, dazu Parks und größere Gärten. Der Kobel aus Zweigen, Blättern und Moos hoch im Baum ist das dauerhafteste Zeichen, das die Art hinterlässt.

Weitere Zeichen am Fundort

Die Fährte gibt die Antwort fast von selbst: Sie beginnt oder endet an einem Baumstamm. Eichhörnchen queren offene Flächen nur kurz und wechseln so schnell wie möglich zurück in die Deckung.

Am Fuß des Baumes liegen oft Fraßreste. Ein Fichtenzapfen, von dem die Schuppen sauber abgenagt wurden und der nur noch die Spindel mit einem Schopf am oberen Ende zeigt, ist ein typisches Zeichen. Haselnüsse werden nicht durchgebissen, sondern mit den Nagezähnen geöffnet, sodass ein Loch mit gleichmäßigem Rand entsteht.

Maße der Spur

Länge 3 bis 6 cm Breite 2 bis 3,5 cm

Hinterpfote mit fünf Zehen. Die Vorderpfote zeigt vier Zehen und misst rund drei Zentimeter.

Gemessen wird vom hintersten Punkt des Abdrucks bis zur vordersten Zehenspitze, ohne Krallen.

So misst du eine Spur richtig

Alle Arten nach Größe vergleichen

Gangbild und Fährte

Das Eichhörnchen bewegt sich am Boden springend. Die beiden Hinterpfoten landen außen und vorn, die beiden Vorderpfoten nebeneinander dahinter. Zwischen den Gruppen liegen deutliche Lücken.

Typisches Fährtenbild: Vierergruppen mit den beiden größeren Abdrücken vorn und außen, Abstände von rund 30 bis 60 Zentimetern.

Verwechslungsgefahr

Diese Spuren werden am häufigsten mit der Spur vom Eichhörnchen verwechselt.

Feldhase und Wildkaninchen

Beide springen ebenfalls, setzen die Vorderpfoten aber hintereinander in die Laufrichtung. Beim Eichhörnchen stehen sie nebeneinander. Außerdem zeigt die Hinterpfote des Eichhörnchens fünf Zehen, die der Hasenartigen vier.

Ratte

Ratten hinterlassen ähnlich lange Zehen, bewegen sich aber meist laufend statt springend und ziehen den Schwanz nach. Eine Schleifspur zwischen den Abdrücken schließt das Eichhörnchen aus.

Wo du diese Spur findest

Spuren vom Eichhörnchen findest du vor allem in diesen Lebensräumen. Am deutlichsten zeichnen sie sich auf den genannten Untergründen ab.

  • Lebensräume Wald Siedlungsraum
  • Untergründe SchneeSchlammWeicher WaldbodenStaub und trockener Sand
  • Beste Jahreszeit FrühlingSommerHerbstWinter

Ähnliche Spuren im Vergleich

Pfotenspuren Illustration vom Feldhase neben dem Abdruck seiner Spur

Feldhase

Lepus europaeus

Schmale, längliche Abdrücke mit vier Zehen, fast immer als Sprungmuster mit den langen Hinterläufen voran.

Pfotenspuren Illustration vom Wildkaninchen neben dem Abdruck seiner Spur

Wildkaninchen

Oryctolagus cuniculus

Sprungmuster wie beim Feldhasen, nur kleiner. Vier Zehen, sichtbare Krallen und deutlich kürzere Sprungabstände.

Quellen

Die Angaben auf dieser Seite sind gegen die folgenden Quellen geprüft. Maße sind Spannen: Einzelne Abdrücke können je nach Untergrund und Tier davon abweichen.

  • Tierspuren. Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle und andere Preben Bang und Preben Dahlström, Kosmos Naturführer
  • Artenporträts heimischer Wildtiere Wildtierportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
  • Steckbrief Eichhörnchen Deutsche Wildtier Stiftung

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