Hauskatze
Die Form ist dieselbe, die Größe trennt sie. Eine Hauskatze bleibt unter vier Zentimetern, der Luchs erreicht fünfeinhalb bis acht. Ein Foto ohne Maßstab daneben ist für diese Unterscheidung wertlos.
Lynx lynx
Große, rundliche Pfotenspur mit vier Zehen und ohne Krallenabdrücke. Oft breiter als lang.
Eine Luchsspur ist ein rundlicher Pfotenabdruck mit vier Zehen und ohne Krallenabdrücke. Sie sieht aus wie eine Katzenspur und ist es auch, nur in einer Größe, die keine Hauskatze erreicht: fünfeinhalb bis acht Zentimeter, häufig breiter als lang.
Damit hängt alles an der Größe, und die lässt sich nur mit einem Maßstab im Bild belegen. Ein Foto ohne Zollstock, Geldstück oder Schlüssel daneben beantwortet die Frage nicht, und im Schnee kommt hinzu, dass Tauwetter jeden Abdruck aufweitet.
Im Winter tragen Luchse eine dichte Sohlenbehaarung. Sie macht den Abdruck unscharf und lässt ihn noch größer wirken, während die einzelnen Zehen weniger deutlich stehen.
Luchse bewohnen große Waldgebiete und sind Einzelgänger mit enormen Revieren: fünfzig bis hundert Quadratkilometer beim Weibchen, meist über hundertfünfzig beim Männchen, unter schlechteren Bedingungen bis zu vierhundertfünfzig. Ein Männchenrevier überlagert dabei das von zwei bis drei Weibchen.
Für die Spurensuche heißt das zweierlei. Erstens ist eine Luchsfährte auch im Verbreitungsgebiet ein seltener Fund, weil auf der Fläche eines ganzen Landkreises nur wenige Tiere leben. Zweitens gehört eine einzelne Fährte fast immer zu einem Tier, das gerade unterwegs ist und morgen zwanzig Kilometer weiter sein kann.
Der Luchs ist ein Lauerjäger: Er springt Beutetiere mit einem kraftvollen Satz an und schafft dabei bis zu sieben Meter. Wo eine gleichmäßige Fährte unvermittelt in einen weiten Sprung übergeht, lohnt der Blick auf die Umgebung.
Überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verstecken sich Luchse in Höhlen oder im Totholz, gesehen wird die Art fast nie. Die Spur im Schnee ist deshalb oft der einzige Hinweis, den ein Gebiet überhaupt hergibt.
Genau deshalb zählt hier die Dokumentation mehr als die Bestimmung: In Deutschland leben nur rund einhundertvierzig Luchse, und jeder belastbare Hinweis fließt in das Monitoring ein. Wie eine Meldung aussehen muss, steht im Ratgeber zum Melden einer Spur.
Der Luchs ist in Deutschland streng geschützt und kommt nur in wenigen Gebieten vor, unter anderem im Harz, im Bayerischen Wald und im Pfälzerwald. Ein vermuteter Nachweis gehört gemeldet und nicht selbst entschieden.
Zuständig sind die Landesbehörden und die von ihnen beauftragten Stellen, die Spuren, Fotos und Proben nach bundesweit einheitlichen Kriterien bewerten. Hilfreich für eine Meldung sind ein Foto des Abdrucks mit Maßstab, ein Foto der Fährte über mehrere Meter sowie Fundort und Datum.
Außerhalb der bekannten Vorkommensgebiete ist eine große, krallenlose Katzenspur zuerst ein Anlass, die Maße nachzuprüfen.
Vorderpfote. Die Hinterpfote ist etwas kleiner.
Gemessen wird vom hintersten Punkt des Abdrucks bis zur vordersten Zehenspitze, ohne Krallen.
Der Luchs schnürt. Im ruhigen Gang setzt er die Hinterpfote in den Abdruck der Vorderpfote, sodass eine einzige, fast gerade Abdruckreihe entsteht.
Typisches Fährtenbild: Geschnürte Fährte mit gleichmäßiger Schrittlänge, meist zwischen 70 und 100 Zentimetern.
Diese Spuren werden am häufigsten mit der Spur vom Luchs verwechselt.
Die Form ist dieselbe, die Größe trennt sie. Eine Hauskatze bleibt unter vier Zentimetern, der Luchs erreicht fünfeinhalb bis acht. Ein Foto ohne Maßstab daneben ist für diese Unterscheidung wertlos.
Hunde hinterlassen bei ähnlicher Größe fast immer Krallenabdrücke, der Luchs nicht. Außerdem ist die Hundespur länger als breit, die Luchsspur häufig umgekehrt.
Der Wolfsabdruck ist längsoval und zeigt Krallen. Der Luchsabdruck ist rund und krallenlos. Bei aufgeweichtem Schnee verwischen beide Merkmale, dann trägt nur noch die Fährte über eine längere Strecke.
Spuren vom Luchs findest du vor allem in diesen Lebensräumen. Am deutlichsten zeichnen sie sich auf den genannten Untergründen ab.
Die Angaben auf dieser Seite sind gegen die folgenden Quellen geprüft. Maße sind Spannen: Einzelne Abdrücke können je nach Untergrund und Tier davon abweichen.
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