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Pfotenspuren

Fischotterspuren erkennen und am Ufer finden

Lutra lutra

Rundliche Spur mit fünf Zehen und Schwimmhaut zwischen den Zehen. Fast immer unmittelbar am Wasser.

Illustration vom Fischotter neben dem Abdruck seiner Spur
Illustration, kein Foto

Auf einen Blick

  • Länge 5 bis 9 cm Hinterpfote. Die Vorderpfote ist kleiner und zeigt die Schwimmhaut weniger deutlich.
  • Breite 5 bis 9 cm
  • Zehen 5
  • Krallen Meist sichtbar
  • Form Rundlich, Zehen durch Schwimmhaut verbunden
  • Symmetrie Fünf Zehen im weiten Bogen, innerste kleiner
  • Fünf Zehen, zwischen ihnen zeichnet sich auf weichem Boden die Schwimmhaut ab.
  • Häufig sind nur vier Zehen zu sehen, weil die innerste nicht immer abdrückt.
  • Der Abdruck ist rundlich und breiter als bei anderen Marderartigen.
  • Fundorte liegen nahezu ausschließlich am Gewässer.

So erkennst du die Spur

Eine Fischotterspur ist ein rundlicher Abdruck von fünf bis neun Zentimetern mit fünf Zehen. Auf weichem, feuchtem Untergrund zeichnet sich zwischen den Zehen die Schwimmhaut ab, allerdings nur als schmaler Steg und nicht als durchgehende Fläche wie beim Biber.

Häufig sind nur vier Zehen zu sehen. Die innerste sitzt etwas zurück und berührt den Boden nicht immer. Wer streng nach Zehenzahl bestimmt, landet dann bei den falschen Arten.

Der Fundort trägt die Bestimmung mit. Fischotter halten sich fast ausschließlich an Gewässern auf: an Bächen, Flüssen, Teichen und Gräben. Eine große Fünfzehenspur im Uferschlamm ist ein starker Hinweis, dieselbe Spur einen Kilometer vom Wasser entfernt ein sehr schwacher.

Die Fährte im Gelände

Der Fischotter hält sich hauptsächlich im und am Wasser auf, und entscheidend ist dabei nicht die Art oder Größe des Gewässers, sondern wie nahrungs- und strukturreich es ist. Gesucht wird deshalb dort, wo das Ufer Verstecke bietet: unter Wurzeltellern, an Uferabbrüchen, unter Brücken.

Die Reviere sind lang statt breit, weil sie einem Gewässer folgen: bis zu vierzig Kilometer Gewässerlauf beim Rüden, etwa zwanzig bei der Fähe. Dazu kommen enorme Tagesstrecken, beim Rüden bis zu fünfunddreißig Kilometer in einer Nacht. Eine Otterspur ist deshalb meist eine Durchreise und kein Beleg dafür, dass das Tier in der Nähe bleibt.

Wann du Spuren findest

Otter sind nachts aktiv und leben überwiegend einzelgängerisch. Am Tag bekommt man sie nur zu sehen, wenn sie sich ungestört und sicher fühlen. Wer die Art nachweisen will, sucht am Morgen die Uferstreifen ab, nicht das offene Wasser. Wie der Uferschlamm dabei hilft, steht im Ratgeber zu Tierspuren im Schlamm.

Die Reviergrenzen markiert der Otter mit Kot. Genau das macht die Losung zum verlässlichsten Zeichen: Sie liegt absichtlich auffällig, dort, wo sie gesehen werden soll.

Weitere Zeichen am Fundort

Aussagekräftiger als der einzelne Abdruck sind die übrigen Zeichen. An steilen Uferböschungen legen Otter Rutschbahnen an, glatt gedrückte Rinnen, die direkt ins Wasser führen.

Die Losung, im Fachjargon Losung oder Spraint, wird an auffälligen Stellen abgesetzt: auf Steinen, Baumstümpfen und unter Brücken. Sie enthält Fischschuppen und Gräten und riecht charakteristisch.

Der Fischotter war in Deutschland weitgehend verschwunden und breitet sich seit einigen Jahrzehnten wieder aus, vor allem im Osten und Nordosten sowie in Bayern. Er steht unter strengem Schutz.

Maße der Spur

Länge 5 bis 9 cm Breite 5 bis 9 cm

Hinterpfote. Die Vorderpfote ist kleiner und zeigt die Schwimmhaut weniger deutlich.

Gemessen wird vom hintersten Punkt des Abdrucks bis zur vordersten Zehenspitze, ohne Krallen.

So misst du eine Spur richtig

Alle Arten nach Größe vergleichen

Gangbild und Fährte

An Land bewegt sich der Fischotter hüpfend und watschelnd. Der kräftige Schwanz schleift dabei häufig mit und hinterlässt eine schmale Rinne zwischen den Abdrücken.

Typisches Fährtenbild: Kurze Wechsel zwischen Wasser und Ufer, oft mit Rutschbahnen an steilen Böschungen.

Verwechslungsgefahr

Diese Spuren werden am häufigsten mit der Spur vom Fischotter verwechselt.

Steinmarder und Baummarder

Marder hinterlassen dieselbe Zehenzahl, aber einen deutlich kleineren Abdruck ohne Schwimmhaut. Ein Abdruck über fünf Zentimetern am Ufer spricht gegen sie.

Biber

Die Hinterpfote des Bibers ist mit dreizehn bis sechzehn Zentimetern erheblich größer und die Schwimmhaut reicht bis zu den Zehenspitzen. Beim Fischotter bleibt sie ein schmaler Steg zwischen den Zehen.

Nutria

Auch die Nutria hat Schwimmhäute an den Hinterfüßen, bei ihr bleibt aber die äußere Zehe frei. Ihr Abdruck ist länger und schmaler als der rundliche des Fischotters.

Wo du diese Spur findest

Spuren vom Fischotter findest du vor allem in diesen Lebensräumen. Am deutlichsten zeichnen sie sich auf den genannten Untergründen ab.

  • Lebensräume Gewässer Wald
  • Untergründe SchlammFeuchter SandSchnee
  • Beste Jahreszeit FrühlingSommerHerbstWinter

Ähnliche Spuren im Vergleich

Pfotenspuren Illustration vom Steinmarder

Steinmarder

Martes foina

Kleine, rundliche Spur mit fünf Zehen im Bogen um einen dreilappigen Ballen. Fast immer als Zweiersprung im Muster.

Pfotenspuren Illustration vom Biber neben dem Abdruck seiner Spur

Biber

Castor fiber

Sehr große Hinterpfote mit Schwimmhaut zwischen den Zehen. Oft verwischt die Schleifspur des Schwanzes den Abdruck.

Quellen

Die Angaben auf dieser Seite sind gegen die folgenden Quellen geprüft. Maße sind Spannen: Einzelne Abdrücke können je nach Untergrund und Tier davon abweichen.

  • Tierspuren. Fährten, Fraßspuren, Losungen, Gewölle und andere Preben Bang und Preben Dahlström, Kosmos Naturführer
  • Artenporträt Fischotter Naturschutzbund Deutschland (NABU)
  • Artenporträt Fischotter Wildtierportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

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