So erkennst du die Spur
Eine Baummarderspur zeigt fünf Zehen in einem flachen Bogen um einen dreilappigen Ballen, mit Krallen und in einer Größe von dreieinhalb bis viereinhalb Zentimetern. Sie sieht aus wie eine Steinmarderspur, weil sie eine ist: Beide Arten haben denselben Fuß.
Das ist keine Schwäche der Bestimmung, sondern ihr Ergebnis. Wer zwischen Baum- und Steinmarder am einzelnen Abdruck entscheidet, rät. Die Maße überschneiden sich vollständig, und die Winterbehaarung der Sohle verschiebt sie zusätzlich.
Was weiterhilft, ist der Ort. Der Baummarder lebt in zusammenhängenden Wäldern mit altem Baumbestand und meidet die Nähe des Menschen. Der Steinmarder ist der Kulturfolger unter beiden und lebt in Dörfern und Städten. Eine Marderspur im geschlossenen Wald spricht für den Baummarder, eine unter einem Carport für den Steinmarder.
Die Fährte im Gelände
Der Baummarder ist ein Kulturflüchter: Er meidet offene Gebiete und die Nähe des Menschen und lebt zurückgezogen in großen, geschlossenen und strukturreichen Wäldern oder Altholzbeständen. Genau daran trennt sich im Gelände, was der Abdruck allein oft nicht trennt. Eine Marderspur am Dachboden ist ein Steinmarder, eine Marderspur tief im alten Buchenbestand ist der wahrscheinlichere Baummarder.
Ein zweites Merkmal hilft im Schnee: Die Pfoten des Baummarders sind behaart, und der Abdruck wirkt dadurch verwischt, wo der Steinmarder klarere Ballen zeigt.
Territorien von bis zu 1.180 Hektar verteidigt er aggressiv gegen Artgenossen und markiert sie mit Duftmarken. Auf einer Fläche dieser Größe ist die einzelne Fährte deshalb fast immer dasselbe Tier.
Wann du Spuren findest
Ein dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger. Den Tag verbringt er hoch oben, in alten Krähennestern, Eichhörnchenkobeln und im Winter in Spechthöhlen. Wer ihn sucht, sucht am Morgen am Boden und achtet auf Fährten, die an einem Stamm enden.
Weitere Zeichen am Fundort
Der Baummarder bewegt sich viel in den Kronen und kommt oft nur zum Queren auf den Boden. Seine Fährten im Schnee führen deshalb typischerweise von Stamm zu Stamm und enden dort.
Als Ruheplätze nutzt er Baumhöhlen, alte Greifvogelhorste und Eichhörnchenkobel. Die Losung ist gedreht, an einem Ende zugespitzt und enthält Haare, Federn und im Spätsommer viele Fruchtreste; sie liegt oft auf Baumstümpfen und Wurzeltellern.